Namibia - nichts für Vegetarier

Geparden und Schwarzwälder Kirschtorte

Unsere Kollegin Corinna Kasten war unterwegs in Namibia. Wüsten und Weiten haben sie dort ebenso fasziniert wie die unglaubliche Tierwelt in den Nationalparks und auf dem Teller...

Begleitet wurde Sie natürlich von unserer Reisebärin Lotta.

 


Es ist Anfang Februar 2017 als Lotta und ich uns auf meinem Economy-Sitz der AIR Namibia in Frankfurt einrichten. Angenehme 2-er Reihen am Fenster, dafür ist es aber ziemlich eng hier für große Menschen. Zum Glück denkt die Airline aktuell über größere Premium Economy Sitze nach. Es ist abends, ich setze Schlafbrille und Kopfhörer auf und freue mich auf... Afrika! Gut 10 h später landen wir in Windhoek und das fast exakt in meiner Zeitzone! Wie praktisch: So kann mein Abenteuer Nord-Namibia gleich beginnen.

 

Auf unserem Routenplan von DER Tour steht neben Windhoek: Etosha, Damaraland, Swakopmund und Walvis Bay.

Warum überhaupt Namibia? Derzeit ist es das sicherste afrikanische Reiseland, politisch stabil mit überschaubarerer Kriminalität. Die Reisen dorthin haben aktuell ein sehr günstiges Preis- Leistungsverhältnis. Auf Grund der Kolonoialzeit sind die Menschen sehr deutschfreundlich und es wird viel deutsch verstanden und gesprochen. Über allem steht aber das Erleben der grandiosen Weiten, der Tiere und der wunderschönen Natur:

Etosha - großer, weißer Platz

Diese riesige Salzpfanne hat eine Ausdehnung von 130 km x 50 km und ist seit 1907 Namibias größter Nationalpark. Im Süden befindet sich ein breiter, mit Wegen gut erschlossener Buschgürtel, je nach Reisezeit karg oder grün. Das Besondere sind hier die gut ausgeschilderten Wasserlöcher, an denen die Tiere stehen und trinken. Man kann sich hier sehr gut 2 - 3 Tage aufhalten und herumfahren. Aussteigen ist allerdings nur in den Camps erlaubt und Bushwalks auf eigene Faust sind verboten! Wir haben großes Glück und sehen viele (hungrige?) Großkatzen. Bis auf den Wasserbüffel leben alle "Big 5" auch im Etosha Nationalpark.

 

Die Region ist eigentlich ganzjährig zu bereisen. Nach 3 Jahren Dürre gab es 2017 erstmalig wieder eine Regenzeit von Ende Januar bis Ende April. Überall sieht und riecht man das frische Grün. Herrlich! Die nächtlichen Gewitter werden tagsüber von ein paar kurzen Schauern begleitet - das war es auch schon. Ist man nicht an Ferien gebunden, ist der Mai/Juni oder September/Oktober eine ideale Reisezeit. Im namibischen Winter (Juli/August) wird es nachts bis zu null Grad kalt, was bei den morgendlichen Pirschfahrten berücksichtigt werden sollte. Außerdem reisen die Südafrikaner im August gerne ins Nachbarland und es wird voll.

 

Damaraland - Bäume aus Stein

Wir durchqueren das Damaraland auf dem Weg Richtung Küste/Swakopmund.

 

Es ist eine sehr trockene Region voll von grandiosen Felsformationen. Sie lieben die "roten" Nationalparks im Westen der USA? Voilà! Eines der Highlights ist der "versteinerte Wald". Hier liegen etwa 280 Millionen alte, komplett versteinerte Baumstämme.

 

In der nahen, von roten Granitfelsen dominierten Landschaft, befindet sich eine Lodge der Superlative: Das MOWANI Mountain Camp, meine absolute Empfehlung. Die Lodge bietet auch Pirschfahrten "Auf den Spuren der seltenen Wüstenelefanten" an.

Swakopmund - Heino und Seeluft

Nach den vielen Felsen, Landschaften und Tieren ist Swakopmund eine nette Abwechslung: Eine immer noch unverkennbar deutsch anmutende Kleinstadt an der wilden Atlantikküste. In Swakopmund trifft man wieder auf die Zivilisation: Viele Autos/Parkplätze und Menschen sowie amerikanisch anmutende Shoppingmalls im Kleinformat. Hier gibt es auch das beste W-Lan Netz außerhalb von Windhoek!

 

Und wer meint, unbedingt in Afrika Schwarzwälder Kirschtorte und Heino im Liveauftritt erleben zu müssen, ist hier richtig. Ansonsten ist es charmant, zur Abwechslung und Abkühlung etwas frische Seeluft schnuppern zu können, denn die Wassertemperatur im namibischen Sommer erreicht hier maximal  14-17°C.

Walvis Bay - vom Pelikan verfolgt

Der größte Handelshafen aller afrikanischen Anrainerstaaten heißt Walvis Bay und eigentlich besteht der Ort nur aus Hafen.

 

Von dort starten die Bootsfahrten in die Lagune: Dort hausen ständig mindestens 70.000 Robben. Die Geräusche und Gerüche (!) vergesse ich so schnell nicht. Einige Tiere sind zahm - wie auch die riesigen Pelikane - und entern förmlich die Ausflugsboote. Die Besatzung hat natürlich dafür jede Menge Fisch dabei. Zu bestimmten Zeiten werden auch "dolphin tours" und "whalewatching" angeboten.

 

Mein Highlight: Wir haben die Flosse eines Mondfisches auftauchen sehen! Unter Wasser verbergen sich bis zu drei Tonnen Lebendgewicht. Gourmet-Tipp: Im ständig kontrollierten und ausgesprochen sauberen Wasser der Lagune werden hervorragende Austern gezüchtet!

 

 

Selbstfahren oder Busreise? Oder was gibt es noch?

Sie fühlen sich fit, fahren gerne lange Auto und bestimmen Ihre Route gerne selbst? Dann sollten Sie auch selbst fahren, wobei immer 2 Fahrer besser sind als nur einer!

 

Empfehlung: Wählen Sie mindestens einen SUV wegen des höheren Radstandes. Ein 4x4 Allradfahrzeug wird aber nur auf bestimmten, abseitigen Strecken zur Regenzeit benötigt. Die kleineren Autos haben öfter Pannen. Unbedingt auch ein zweites Reserverad mitbuchen, da nur ein Ersatzreifen automatisch inkludiert ist.

 

Der deutliche Vorteil einer Busreise ist: Sie sehen alles! Der deutschsprachige Fahrer ist immer auch Ihr Guide und hat scharfe Augen! Sei es die Antilope in 1 km Entfernung oder das versteckte Wasserloch.

Nebenebei gibt es spannende Informationen über Land und Leute (und Tiere) aus erster Hand. Viel mehr als in einem Reisehandbuch. Viele Guides sind deutsch/holländischstämmige Namibier. Die Busse sind mit Allrad ausgestattet und ehrlich gesagt nicht besonders bequem. Und so nennen die Einheimischen das Geholper durch Schlaglöcher und Bodenwellen scherzhaft: Afrikanische Massage... Hierzu sei gesagt, dass nur 20 % der namibischen Straßen asphaltiert sind, was über 30.000 km Schotterpisten bedeutet!

Von all zu großen Bussen würde ich abraten. 48 Personen müssen am Rastplatz nicht nur aus-, sondern auch wieder einsteigen und das kann dauern. Diese Zeit fehlt später auf den Pirschfahrten. In den Reiseausschreibungen ist die maximale Teilnehmerzahl immer angeben.

 

Für Individual-Genießer gibt es hervorragende "A-la-carte-Programme" bei denen man nur zu zweit oder als Kleingruppe/Familie eine Tour mit einem Guide und einem Minibus mit Stopps nach Wahl ausarbeiten lassen kann. Hier beraten wir Sie gerne.

 

Eine ganz andere Variante ist die Namibia-Flugsafari: Hier erleben Sie alle Höhepunkte Namibias in 8 Tagen per Cessna-Kleinflugzeug inkl. Besichtigungsprogramm vor Ort. (Preis ab 3.150 € p.P.)

Essen - nichts für Vegetarier

Das Essen ist köstlich aber sehr fleischlastig. Besonders die heimischen Wildgerichte wie Kudu, Oryx oder Springbok sind eine Delikatesse.

Ebenso landen oft hervorragende Austern- und Muschelspezialitäten auf dem Teller. Vegetarier oder Veganer werden es hingegen schwer in Namibia haben: Die Auswahl an Gemüse, welches fast ausschließlich aus Südafrika importiert wird, ist überschaubar.

Auch die wirklich guten Weine kommen eher aus Südafrika.

Als kleiner Snack zwischendurch gibt es überall Biltong: Dünne, luftgetrocknete Fleisch-Streifen vom Rind oder Wild. Wirklich sehr lecker und würzig.

Mein persönliches Fazit

Lotta und ich haben in Namibia Entschleunigung pur gefunden! Ruhe, weiter Himmel, endlose Landschaften und unglaublich schöne Tiere.

So durften wir uns drei jugendlichen Gepardmännchen bis auf ca. 10 Meter zu Fuß nähern. Das war Gänsehaut pur!

Glücklicherweise gehören Menschen nicht auf ihren Speiseplan, aber sie könnten, wenn sie wollten...

 

Bereits nach wenigen Tagen wussten wir: Wir kommen wieder und machen dann die große Namibiatour einschließlich des Südens und des Fishriver Canyons. Namibia macht süchtig.

 

 

Sie haben Fragen zu Namibia? Schreiben Sie mir! Ich freue mich auf Sie!

 

Ihre Corinna Kasten

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Auflistung der bewohnten oder besuchten Lodges/Hotels

Jede Lodge auf unserer Tour hat auf ihre Art überrascht und beeindruckt: Sei es durch schöne Zimmer, besonderes Dekor, schöne Bars oder eine besondere Lage.

 

Die staatlichen Lodges sind meist etwas einfacher gehalten als die privaten Lodges. Sie liegen aber direkt in der Etosha-Pfanne und haben beleuchtete Wasserlöcher. Dadurch können Sie gefahrlos nachts Tiere auf geschützten Tribünen beobachten.

 OKONJIMA Plains+Bush camp /  africat foundation *

eine tolle Lodge  mit Katzenschutzprojekt und Tierklinik

 

Frans Indongo Lodge * sehr persönlich und günstig

 

Mokuti Etosha Lodge  Preis/Leistung ok

 

Halali Camp

 

Etosha Safari Camp *

toll! günstig, bunt ,jung, Livemusik

 

Etosha Safari Lodge *

die teurer “Schwester”,sehr geschmackvoll

 

Mowani Mountain Lodge **

ein Traum mitten in Granitfelsen

 

Camp Kipwe *

unweit davon, ähnlich wie Mowani

 

Twyfelfontein Country Lodge

Lodge nett, Zimmer sehr einfach + unklimatisiert

 

Strand Hotel Swakopmund *

LUXUS am Meer

 

5*Hotel Heinitzburg in Windhoek 

Hotel in einer Burg. Sehr deutsch, schöne Zimmer. Sternerestaurant und größter Weinkeller in Namibia 

 

* Favouriten

 

Fotos (c) Corinna Kasten